Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote der EKHN zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular und auf facebook sind wir offen für Ihre Anregungen.

Menümobile menu

Erklärung in Darmstadt

Jüdische Gemeinden und EKHN kritisieren Israel-Rede scharf

EKHN/RahnSpitzentreffen zwischen dem Verband Jüdischer Gemeinden in Hessen und der Evangelischen Kirche in Hessen und und Nassau 2019 mit (v.l) Friedhelm Piper, Jehoschua Ahrens, Daniel Neumann, Jacob Gutmark, Volker Jung, Ulrike Scherf, Detlev Knoche.Spitzentreffen zwischen dem Verband Jüdischer Gemeinden in Hessen und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau 2019 mit (v.l) Friedhelm Pieper, Jehoschua Ahrens, Daniel Neumann, Jacob Gutmark, Volker Jung, Ulrike Scherf, Detlev Knoche.

Nach einem Spitzentreffen haben sich der Verband Jüdischer Gemeinden und die hessen-nassauische Kirche gemeinsam massiv gegen die Einschätzung des evangelischen Bischofs Hans-Jürgen Abromeit gewandt, in Deutschland herrsche eine „Überidentifikation mit Israel“.

Bildergalerie

Spitzentreffen zsischen Jüdischem Verband und EKHN Rabbiner Jehoschua Ahrens, Daniel Neumann, Jacob Gutmark (v.l.) in der Kirchenverwaltung

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und der Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen haben sich besorgt über den zunehmenden Antisemitismus und wachsenden Rechtspopulismus in Deutschland geäußert. Nach einem Spitzentreffen, an dem unter anderem der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung und der Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Hessen, Jacob Gutmark,  teilnahmen, erklärten sie am Freitag (30. August) gemeinsam, dass „es nicht zu einer Gewöhnung in der Gesellschaft in Bezug auf antisemitische Äußerungen und Angriffe kommen darf“. Auch rechtspopulistisches Gedankengut dürfe sich nicht „in unserem Land eingraben“, heißt es weiter.

Inakzeptable Negativzeichnung

Scharfe Kritik äußerten sie an der Position des Bischofs im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, Hans-Jürgen Abromeit, der Deutschland eine „Überidentifikation mit Israel“ vorgeworfen hatte. Nach Ansicht von Landesverband und EKHN habe Abromeit „eine inakzeptable Negativzeichnung des Zionismus vorgetragen“. Gemeinsam wurde auch die Interpretation biblischer Texte durch Abromeit abgelehnt. Weder sollten die Texte des Neuen Testaments als Überbietung des Alten Testaments verstanden werden, noch sollten sie als Aufhebung der Verheißung des Landes an das Volk Israel gelesen werden. Die Vertreter beider Seiten waren sich einig, dass weitere Anstrengungen unternommen werden müssten, um insbesondere in der Ausbildung von Theologinnen und Theologen  in Studium und Vikariat aber auch in der Ausbildung von Prädikantinnen und Prädikanten ein angemessenes Verständnis des Judentums stärker zu verankern.

Verbundenheit zum Ausdruck bringen

Die jüdischen Vertreter begrüßten schließlich ein steigendes Interesse in den evangelischen Kirchengemeinden, bei öffentlichen Veranstaltungen und Gottesdiensten die Verbundenheit von Christentum und Judentum vermehrt zum Ausdruck zu bringen. Es sei dabei wichtig, „interreligiöse Sensibilität durch offene Gespräche und das genaue Aufeinander-Hören weiter zu vertiefen“ sei.

Hintergrund Gespräche

Das Treffen fand im Rahmen eines regelmäßigen Meinungsaustausches statt. Für den Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen nahmen dessen Vorsitzender Jacob Gutmark, sein Direktor Daniel Neumann sowie Rabbiner Jehoschua Ahrens an dem Gespräch teil. Die EKHN wurde vertreten durch Kirchenpräsident Volker Jung, die Stellvertretende Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf, Ökumene-Oberkirchenrat Detlev Knoche und Pfarrer Friedhelm Pieper. 

Christus spricht: Ich war tot,
und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit
und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.

to top